Ankommen und Hiersein
     
 

Workshop mit der Martin-Niemöller Grundschule
Berlin/ Lichtenberg 2009

Förderung:
Fonds kulturelle Bildung in Lichtenberg
     
die Kleinklasse für Migrationskinder mit ihrer Klassenlehrerin Frau Franz (links) wurde 2010 aufgelößt
     

Wissen wird hochkonzentriert in vielen getrennten Disziplinen vermittelt. Dabei wird vor allem das Auge, der Gehörsinn und natürlich das rationale Überlegen angesprochen. Dabei vermittelt sich die Welt in einer Summe von Eindrücken, die medienüberschreitend sind. Das Wechseln von Einem zum Anderen, die Bewegung, das körperliche Empfinden, das Spiel, das Überlegen und Ausprobieren ist unsere natürliche Anlage. Stattdessen verweilen wir regungslos auf Stühlen vor den Bildschirmen. Die modernen Medien verstärken diesen Trend. Das Projekt Ankommen und Hiersein will den Gesamtsinn ansprechen und die bisher getrennten Bereiche zusammen führen. Über eine künstlerische Aus-einandersetzung sollen sich multimediale Empfindungen, Erkenntnisse und Wissen über das eigene Tun und den Körper vermitteln.
Im Oktober 2008 haben Kinder mit Migrationshintergrund aus 6 verschie-denen Nationen der Martin Niemöller-Grundschule in Hohenschönhausen auf völlige neue Weise Migrationsge-schichte und Ankunft in der neuen Heimat erforscht und dargestellt.
Ausgerüstet mit einer 0,8 x 2m großen Papierbahn, dem Skript, haben sie bei einem ganztätigen Stadtausflug mit ihrer Lehrerin, Frau Franz und dem Künstler Kurt Buchwald ihre neue Heimat erkundet und wahrgenommen. An jeweils vorher ausgesuchtem Lieblingsplatz, vor der Weltzeituhr, am Fersehturm, dem Roten Rathaus usw. hat sich ein Kind auf das Skript gelegt. Dabei wurde die Körperkontur auf das Papier übertragen und die Umgebung fotografiert. Im anschließenden Work-shop füllten die Kinder dann ihre persönliche Tatortskizze mit Phantasie und Träumen auf. Um den lebensgroß bemalten Körper haben sie die beim Ausflug entstandenen Fotos ihres berliner Lieblingsortes und Fotos von Erinnerungsgegenständen aus der alten Heimant collagiert. Pamela steht mit den Beinen auf zwei Weltzeituhren, bei Arijan fliegen der Rot/Schwarze Adler des Kosovo durch die Luft, unzählige Fernsehtürme ragen bei Arza in den Himmel. Die Kinder, die seit einigen Monaten in unserer Mitte weilen, zeigen uns auf originelle Art eine lustige und bunte Stadt.

     
Pamela aus Polen / Agnesa aus dem Kosovo / Anh aus Vietnam / Mohamad aus dem Libanon
 
Arza aus dem Mazedonien / Sebastian aus Polen / My aus Vietnam / Arijan aus dem Kosovo
     
Abram aus Russland
     
Sebastinan und Abram